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Future Lectures 1 Graz © FH Joanneum

Lebensmittel bewegen: Wie kann sich Graz regional versorgen?

 

 

Am 30. Oktober 2018 eröffnete die Fachhochschule Joanneum Graz die diesjährige Future Lectures Trilogie mit dem Titel „Lebensmittel bewegen: Wie kann sich Graz regional versorgen?“. Es handelte sich bereits um die zweite Future Lecture, die von einem Team aus Studierenden und Lehrenden der FH Joanneum geplant und durchgeführt wurde.

Feierliche Eröffnung

Nach den Eröffnungsworten von DI Dr. Karl Pfeiffer, dem wissenschaftlichen Leiter der FH Joanneum und Institutsleiter DI Dr. Georg Wagner sowie Corinna Domenig, MSc vom FORUM Umweltbildung folgten zwei erste Diskussionsfragen, damit sich das Publikum gegenseitig etwas besser kennenlernt. Auf den Tischen tauschten sich die TeilnehmerInnen rege darüber aus, was sie zuletzt gekocht hatten und ob die dabei verwendeten Zutaten aus regionalen Quellen stammten.

Zwei Expertinnenvorträge als Einstieg

Danach folgte ein Kurzvortrag von DIin Dr.in Ulrike Seebacher MSc, welche das Projekt Smart Food Grid Graz vorstellte. Dabei handelt es sich um ein smartes Lebensmittelsystem, das auf den gesundheitsorientierten Ernährungsregeln der Österreichischen Gesellschaft für Ernährung (OGE) basiert. Ziel ist es, 30 Prozent aller in Graz benötigten Lebensmittel bis zum Jahr 2030 aus einem maximalen Umkreis von 30 Kilometern zu beziehen.

Im Anschluss stellte Barbara Walcher BSc MSc, Diätologin am LKH-Universitätsklinikum Graz, ein Projekt für nachhaltige Ernährung vor, welches sie im Rahmen ihrer Masterarbeit direkt am Universitätsklinikum umsetzte. Dafür führte sie im März 2016 eine Ist-Stand-Analyse sowie eine Fragebogenerhebung bei 30 regionalen LieferantInnen und ProduzentInnen aus der Steiermark durch. Ziel war es, den Anteil der regionalen und saisonalen Produkte, die im LKH verkocht werden, auf 30 Prozent zu erhöhen. Dies erwies sich anfangs als schwierig, da im LKH-Universitätsklinikum täglich 6.000 Essen für PatientInnen sowie MitarbeiterInnen zubereitet werden. Durch die Umstellung auf das Versorgungssystem Cook & Chill gelang es jedoch, den regionalen Anteil bei einigen Produkten wie beispielsweise Salat und Milch auf 100 Prozent erhöhen.

Befragung des Publikums

Zwischen den beiden Kurzvorträgen wurde das Publikum aktiv miteinbezogen. So wurden konkrete Fragen zur Diskussionsanregung und Abstimmung gestellt. Die Ergebnisse der Abstimmungen wurden danach mittels eines Umfragetools für alle sichtbar an der Leinwand projeziert und von Dr. Markus Schermer, Agrar- und Regionalsoziologe an der Universität Innsbruck, interpretiert.

Interview mit Biobäuerin Anna Ambrosch und Micha Beiglböck von "nahgenuss"

Um einen Einblick in die betriebliche Praxis zu geben, wurde Anna Ambrosch vom Jaklhof, einem Bio-Gemüsebetrieb in Kainbach bei Graz sowie Micha Beiglböck von der Plattform „nahgenuss“ auf die Bühne gebeten.

Das Motto des Jaklhof lautet "Wir säen Zukunft – vom Samen bis zum Genuss!". Neben der Regionalität plädiert sie vor allem für eine saisonale Lebensmittelversorgung. Tomaten, Gurken, Zucchini, Paprika und Co. sollten im Winter nicht auf den Tisch kommen, da hierfür meist ein enormer Energieeinsatz notwendig ist. Stattdessen könnte das vielfältige Spektrum an fast vergessenen Wintergemüsesorten, wie z.B. Asia-Salat, Grünkohl, rote Rüben, Kraut, etc. wieder neu entdeckt werden.

Micha Beiglböck gründete gemeinsam mit seinem Bruder die Plattform nahgenuss, um Bauern und Bäuerinnen die Möglichkeit zu geben, zu fairen Preisen das gesamte Tier zu verkaufen und zu verwerten. Angetrieben von den Erfahrungen ihres Cousins, der selbst Bio-Schweine-Bauer ist und an dessen Hof man sieht, dass es den Tieren gut geht, dem jedoch für den Direktverkauf und Vertrieb die nötige Zeit fehlte, entstand die Idee. Ziel ist es, dass sich mehrere Konsumentinnen und Konsumenten ein Tier teilen, online bestellen und sich entweder beim Hof abholen oder mithilfe von Kühlversand in ganz Österreich liefern lassen. Dies ist vor allem für Städte wie Graz hilfreich. Die Plattform  findet bereits viel Anklang und generierte einen Umsatz von 250.000 Euro pro Jahr.

Im Anschluss stellten sich alle eingeladenen Expertinnen und Experten noch einmal dem Publikum, um offene Fragen zu beantworten.

Abgerundet wurde der Abend durch die Präsentation eines Rollenspiels von drei Studierenden des Bachelor-Studiengangs "Nachhaltiges Lebensmittelmanagement". Ziel war es, mögliche Szenarien – von extrem pessimistisch, über realistisch bis hin zur optimistischen Aussicht - für die Zukunft zu besprechen.

Die gelungene Veranstaltung klang bei einem regionalen Bio-Buffet – frei von Verpackungsmüll - von Das Gramm auf stimmungsvolle Art und Weise aus.

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