FUTURE LECTURE II in Salzburg

© Marc Stickler
© Marc Stickler

Unter dem Titel „Warum ändert sich nichts? Nachhaltigkeiten effektiv kommunizieren“ fanden sich am 25. November hochkarätige Vortragende, sowie ein interessiertes Publikum im prall gefüllten Hörsaal der Universität Salzburg zur zweiten FUTURE LECTURE zusammen. Im Mittelpunkt der Diskussion stand die Frage, wie man Menschen für Nachhaltigkeit sensibilisieren kann, und was nötig ist, um einen Veränderungsprozess hervorzurufen.

„What the world needs is a group hug!“

Ausgehend von der Fragestellung „Warum ändert sich nichts?“ beleuchteten die Psychologin Isabella Uhl und der Student Florian Spitzer die Kommunikation von Nachhaltigkeit aus psychologischer Sicht. Beide kamen zum Schluss, dass eine Verbindung zwischen Menschen und soziale Nähe das Verantwortungsgefühl für einander und für die eigene Umgebung stärken und letztlich zu einer realistischen Risikoeinschätzung führen. Ausschlagebend sei unter anderem die Identifikation mit Gruppen und Normen, um Personen zu positivem Handeln zu bewegen, so Isabella Uhl.

„Nachhaltigkeit kann und soll lustvoll sein“

Dann hatte der Musiker Hubert von Goisern seinen Auftritt: Er meinte, dass Nachhaltigkeit lustvoll sein soll und auch sein kann. Die Wertschätzung kleiner Dinge, (wie beispielsweise eines direkt vom Baum gepflückten Apfels) sei dabei mitunter ausschlaggebend. Die Musik spiele im Zusammenhang mit Nachhaltigkeit insofern eine Rolle, als dass sie die Menschen zum Nachdenken anregen kann. Musik bringe Menschen zusammen und mache sie sensibler und achtsamer für das, was um sie herum geschehe, so Hubert von Goisern.

Fred Luks vom Kompetenzzentrum für Nachhaltigkeit der WU verdeutlichte, dass sich die Problembereiche der Welt nicht mit den wissenschaftlichen Disziplinen decken würden und forderte deshalb zu mehr Inter- und Transzdisziplinarität auf. Die Wissenschaft spiele eine bedeutende Rolle bei der Kommunikation von Nachhaltigkeit und habe die Aufgabe nicht nur Modelle zu basteln, sondern auch mitreißende „Geschichten des Wandels“ zu erzählen, die für einen Großteil der Menschen begreifbar sein sollten. Da klar ist, dass es keine allgemeingültige Lösung für viele komplexe Probleme gibt, dürfe die Wissenschaft nicht weiterhin den Anspruch erheben der Gesellschaft solch eine liefern zu können. Vielmehr müsse sie zugeben, dass nunmal vieles komplizert ist und sich um einen gemeinsamen Suchprozess bemühen.

Abschließend verdeutlichte die grüne Landesrätin Astrid Rössler mit eindrucksvollen Fotos und Bildern, die Verletzlichkeit des Ökosystems, und betonte wie wichtig es sei, Verantwortung zu übernehmen und sich aktiv an der Erhaltung unserer natürlichen Umwelt zu beteiligen. PolitikerInnen dürften dabei insbesondere den unangenehmen Themen nicht aus dem Weg gehen. So führe Druck aus der Gesellschaft in Kombination mit wissenschaftlichem Know How und entsprechenden politischen Entscheidungen letztendlich zu langfristigen Erfolgen.

Publikumsvoting als interaktives Element

Die rund 200 BesucherInnen hatten mittels Abstimmgerät  - ähnlich wie bei der Millionenshow - die Möglichkeit, sich an den spannenden Inputs der Vortragenden bzw. der Diskussion zu beteiligen. Die Ergebnisse der Fragen wurden direkt mittels eines Beamers visuell wiedergegeben. So konnte bereits zu Beginn der Veranstaltung veröffentlicht werden, welche Motive die BesucherInnen zur FUTURE LECTURE geführt hatten, und woher und wie sie angereist waren. Das Voting System fand beim Publikum großen Anklang und unterstütze auf unterhaltsame Weise die Interaktion zwischen ZuhörerInnen und Vortragenden.

Das Zusammenspiel aus vielfältigen, anregenden Inputs und der Mitwirkung des engagierten Publikums machten die FUTURE LECTURE zu einer gelungenen Veranstaltung, die zu guter Letzt bei einem veganen Buffet einen gemütlichen Ausklang fand.

Fotos: Marc Stickler
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